Alltags-Nahmobilität

Gemeinsam Mobil! Baukauer Senioren/innen bewegen sich

Das Ortsteil-Projekt „Alltags-Nahmobilität“ als Bewegungs-Projekt der Seniorenarbeit wurde vom Herner Sportverein Baukauer Turnclub 1879 e.V. entwickelt und erprobt. Innerhalb des Projektes soll erreicht werden, dass Bürger/innen eines gesamten Ortsteils die Möglichkeit haben, ihre Alltagskompetenzen zu erhalten oder wiederzuerlangen.

Idee/Modell
Förderung der individuellen, unabhängigen, eigenständigen Alltags-Nahmobilität älterer Menschen vorzugsweise zu Fuß, mit dem Rollator und Rollstuhl und Erhöhung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe in einem Herner Ortsteil, durch einen Sportverein.
Durch vertiefen bestehender Kontakte und knüpfen neuer Kontakte wird mit diesem Angebot der Vereinsamung im Alter vorgebeugt.
Bestehender (relativ) und drohender Immobilität wird durch gezielte Bewegung, auch in alternativen Bewegungsräumen, z.B. Parkanlage, Freifläche etc. entgegenwirkt.
Damit die Älteren den Sinn der Bewegung für einen aktiveren Lebensstil verstehen, wird der Transfer der Bewegungsübungen in den Alltag immer wieder verdeutlicht.
Mit einem vielfältigen Bewegungsangebot wird die Wichtigkeit der Mobilität jedes Einzelnen immer wieder ins Bewusstsein der Teilnehmergruppe gebracht.

Im Folgenden einige Angebote:
- einfacher Spaziergang, kürzere oder längere Strecken, nach Gruppen mit jeweiligen Begleitpersonen, (b. Bedarf 1:1 Betreuung) auch mit Rollator und Rollstuhl
- Singen
- Sitztanz
- bewegtes Gedächtnistraining
- Backen/Kochen
- Ernährungsberatung mit Zubereitung einer kleinen Mahlzeit

Saisonbedingte Aktivitäten, Advent, Weihnachten, Karneval, Ostern, Frühling, Herbst tragen zum außersportlichen Wohlbefinden bei, halten die Älteren länger am vorgesehenen Ort.
 
Zielgruppe
Das Bewegungsangebot richtet sich an die älteren Bürgerinnen und Bürger eines Ortsteils, ohne Ansehen von Herkunft, Sozial-Status, Mobilitätsgrad.
Die Gruppengröße richtet sich nach der Anzahl der Ehrenamtlichen vor Ort.
Dies ist besonders zu berücksichtigen, wenn 1:1 Betreuungen wegen relativer Immobilität notwendig sind.
 

Nachhaltigkeit
Nicht Voraussetzung, aber auf längere Sicht wichtig ist eine entsprechend ausgebildete Übungsleitung.
Um eine fortdauernde und zuverlässige Durchführung in jeder Woche zu gewährleisten, ist es unabdingbar, ehrenamtliche Helfer, z.B. aus dem durchführenden Verein einzubinden, oder über das Ehrenamtsbüro zu rekrutieren.
Die notwendige Notfall- Ausstattung: Rucksack, Handy, Verbandskästchen, wurden angeschafft.
Die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit war von großer Bedeutung.
Die gedruckten Flyer und Plakate wurden u.a. von der Vereinsjugend im Ortsteil verteilt, an der Haustür abgegeben, in Briefkästen gesteckt, im Discounter und vor der Kirche verteilt, in Senioreneinrichtungen ausgelegt.
Ältere wurden auf der Straße mit Flyer versorgt, die örtliche Presse einschließlich des örtlichen Radiosenders waren eingebunden, die örtlichen Pfarrer kündigten das Projekt von der Kanzel herunter an, druckten es im Gemeindebrief ab, eine ortsansässige Arztpraxis war bei der Bewerbung eine große Hilfe.
 

Weitere Anschaffungen:
Gesellschaftsspiele, Druck von Liedtexten für alle saisonalen Aktivitäten einschließlich einer eigenen Hymne, Bastelutensilien, Schreibutensilien, Ideenbuch, dort können Wunschaktivitäten eingetragen werden.
Da viele Senioren finanziell nicht sehr gut gestellt sind, ist dieses Angebot für alle kostenfrei zugänglich, die Übungsleitung und Helfer sind alle ehrenamtlich tätig.
Der Teilnehmer müssen immer den Eindruck haben, dass sie und ihre Wünsche ernst genommen werden und das ihre Gedanken und Eingaben eine Bereicherung für die Teilnehmergruppe sind und auch umgesetzt werden. Die Teilnehmer werden in die Gestaltung des Vormittags und in die Planung der Aktivitäten einbezogen.
Mit der Anschaffung eines „Sparschweins“ möchte die Teilnehmergruppe einen kleinen Beitrag zur Finanzierung des Projektes leisten, auch das zeugt von einer Wohlfühlatmosphäre.
Da es für den Start dieses Projektes nur eine finanzielle Anschubhilfe gab, ist die langfristige Absicherung der finanziellen Situation leider nicht gesichert.

Die Erhaltung oder Wiedergewinnung der Mobilität der älteren Mitbürger ist für alle eine große Herausforderung, besonders in Ortsteilen mit überdurchschnittlichem Anteil an Älteren.
Durch gezielte, vielseitige Bewegungsangebote kann den älteren Mitbürgern die Freude an Bewegung nähergebracht werden. Wenn sie die Möglichkeit zu mehr Bewegung angeboten bekommen und auch annehmen, ergeben sich daraus neue Aspekte, z.B. vermehrte Kontakte im Ortsteil, gemeinsam, in der Gruppe bewegen, im Alter nicht zu vereinsamen.

Die Ermunterung der nicht mehr aktiven Vereinsmitglieder, sich an diesem Bewegungsangebot zu beteiligen, um auch die Lebensqualität für andere zu verbessern hebt das Selbstwertgefühl.
 

Ansprechpartner:

Baukauer Turnclub 1879 e.V. – Michael und Petra Thiele - 0 23 23-91 94 21 oder mailto:thiele.email@web.de
 
Angebotsform
Teiloffenes Angebot.
Fester Treffpunkt im Sportjugendhaus: donnerstags 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr
Das Treffen ist strukturiert, dies ist bei den Älteren sehr wichtig.
 
Anforderungen an die Leitung des Angebots
• Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Flyer)
• emphatischer Umgang mit Älteren
• Umgang mit unterschiedlichen Krankheitsbildern
• Transfer des Bewegungsangebotes in den Alltag
• Schaffung einer entspannten, wohlfühlenden Atmosphäre
• Erstellung eines „Einsatzplanes“, unter Einbeziehung der Mitwirkenden des Sportvereins
• Erstellung eines 3-Monatsplanes, mit 1-2 besonderen Aktivitäten im Monat, bei denen die Wünsche der Teilnehmergruppe Berücksichtigung finden
• qualifizierte Übungsleitung
• niederschwellig qualifizierte Helfer

Ziel des Angebots:
• Verdeutlichung der Wirkung von Bewegung auf die Gesundheit und einen aktiven Lebensstil.
• Motivieren zu mehr Bewegung.
• Dieses Angebot wirkt der Vereinsamung entgegen.
• Kontakte werden vertieft oder neu geknüpft, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft.
 
Inhalte:
• Heranführen an niederschwellige Bewegung
• Heranführen an Sozialkompetenz
• Transfer in den Alltag, auch mit Gehhilfen, Rollator oder Rollstuhl

Zielgruppe und Bedingungen zur Teilnahme
Ältere eines Ortsteils ohne weitere Voraussetzungen oder Bedingungen
Geeignetes Schuhwerk ist notwendig.

Teiloffenes Programm (zeitlich und inhaltlich strukturiert)
Beispiel:
Donnerstag, jede Woche
10.00 Uhr Begrüßung der Teilnehmenden
10.05 Uhr Gymnastik Bewegungs-Tipps für Zuhause
10.30 Uhr Spaziergang/Walken je nach Mobilitätsniveau inkl. Gymnastik
11:10 Uhr Wiederankunft, Platz nehmen am Kaffeetisch (Kaffee/Kekse)
11:10 Uhr Abfragen von Befindlichkeit, Information zu Tagesthemen, Gestaltung weiterer Aktivitäten (3-Monatsplan)
11:15 Uhr Singen der Stadt-Hymne (Eigenkomposition)
11.20 Uhr Besonderes (Bewegungs-) Angebot (2x monatlich)
11:40 Uhr Kommunikation miteinander
12:10 Uhr Abschlusslied
12:15 Uhr Ausklang

Hinweise:
In der Regel verläuft der Vormittag nach o. g. Raster, wird aber bei Bedarf angepasst/geändert.